Sonntag, 17. Februar 2013

Die Vorgeschichte

Auf der ersten Etappe
Samstag, ‎02. ‎August ‎2008. Bahnhof Weißenbach-Neuhaus, im Triestingtal in der tiefsten niederösterreichischen Provence. Aus mir nicht mehr wirklich nachvollziehbaren Gründen beginne ich den Österreichischen Weitwanderweg 01 (Nordalpenweg) auf seiner ersten Etappe zu begehen. Andersrum, Richtung Wien, wahrscheinlich damit es nicht zu pathetisch wird. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich überhaupt mit damals 34 Lenzen auf die Idee gekommen bin. Ich bin ausgesprochen anfällig auf fixe Ideen, wenn ich mir erst mal was einbilde, ziehe ich das durch. Ausnahmen, wie z.B. mit Rauchen aufhören, bestätigen nur die Regel.

Jedenfalls war ich das letzte Mal 1992 ernsthaft wandern, Fußwallfahrt nach Mariazell, meine vierte bereits (!), Klosterschule. Damals war ich wohl schon aus der Kirche ausgetreten, müsste nachsehen. Das säkulare Wallfahren hat aber auch Spaß gemacht. Noch länger zurück war ich ab und an mit meinen Eltern wandern, aber das war eher von Mautstraßen und Seilbahnen bestimmt. Die 16 Jahre danach nach einige wenige Tagestouren, wenn es sich ergeben hat. Aber rd. 1.000 km gehen, am Stück? Wie bin ich nur auf das gekommen? Jedenfalls habe ich im selben Jahr noch mein erstes richtiges Gebirge abseits von Rax und Schneeberg bestiegen, das Tote nämlich (Gebirge), gleich inklusive dem Großen Priel, 2.515 m, bis dahin mein höchster zu Fuß bestiegener Berg.



Am Großen Priel 2008
Die vier Jahre darauf bin ich Stück um Stück beinahe den ganzen Zentralalpenweg gegangen, habe mehrfach an den 3.000 m gekratzt (Hoher Dachstein, Hochkönig, Zugspitze), habe einen Gletscherkurs beim Gebirgsverein hinter mich gebracht, habe viel dazu gelernt (dazu in Kürze wohl mehrere eigene Posts).

Jetzt, 2013, fehlt mir noch ein kurzes Stückchen um den Hallstätter See (wird sich wohl an einem Juniwochenende ausgehen) und schließlich das große Finale von der Leutkircher Hütte (Lechtaler Alpen) durch ganz Vorarlberg zum Bodensee. Voraussichtlich im September werde ich Österreich durch einige seiner beeindruckendsten Gebirgsgruppen durchquert haben, 6 Jahre, na ja. Eine Fotoreportage ohne Text dazu gibt es auf https://picasaweb.google.com/sebastianbWWW01.
Sonnenaufgang am Hochkönig 2011
(c) Klaus Makotter
Jedenfalls war schon lange, bevor das Finale des Nordalpenweges absehbar war, klar, dass das nicht das Ende sein konnte. Nur eine Steigerung ist in Österreich freilich möglich, der Zentralpenweg 02: Durchquerung aller Gebirgsgruppen der österreichischen Zentralalpen oft unmittelbar am Alpenhauptkamm, Weglänge: rd. 1270 km, Höchster Punkt: 3407 m (Venedigerscharte in den Hohen Tauern), Option auf Abstecher zu einigen noch höheren Gipfel, diverse 12-Stunden-Etappen, ewiges Eis.
Am Hohen Dachstein 2012
(c) Barbara Seyr
Im Frühjahr geht es mit dem Flachlandetappen im Osten aus Trainingsgründen los, noch bevor der Nordalpenweg abgeschlossen sein wird. Was ich am Nordalpenweg verabsäumt habe, möchte ich nun Zentralalpenweg nachholen: eine schriftliche Dokumentation des Projektes. Stellen Sie Sich also auf 5-6 Jahre Zentralalpenwegsberichte unter dieser Addresse ein...

Kommentare:

  1. Zählt das eigentlich auch wenn man einige Teile des Weges (speziell im Osten) mit dem Fahrrad zurücklegt?

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    1. Zählen, na ja. Muss man wohl mit sich selbst ausmachen. Man macht das ja sowieso für sich selbst und nicht für irgendweine Wandernadel. Für die hochoffizielle Urkunde zählt es wohl nicht, lt. den Kriterien des Alpenvereins.

      Hainburg - Mönichkirchen wäre bestimmt eine nette Radtour.

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