Donnerstag, 5. Juni 2014

30.05.2014: Etappen 9, 10 (Fischbacher Alpen)

Wind on Pretul
Nach einem sehr netten, durchaus intimen Abend (wir drei plus die zwei Neo-Pächterinnen) und erholsamem Schlaf im Rosseggerhaus versprach das Wetter am Morgen wieder wenig Gutes. Geschenkt, es war trocken, zwar kalt und windig, aber trocken. Die windige Rückensession ging weiter, und heute wollten sämtliche Windparks der Gegend erobert werden. Die Wirtinnen erzählten uns gestern noch die Ausbaupläne, gar 80 Windräder sollten im Endausbau auf der Pretul stehen. Jedenfalls wurden gerade fleißig ein paar neue gebaut. Ich finde ja die Windräder außer im absoluten Nahebereich nicht gar so störend, zumal auf dem faden Rücken.

Wirklich grauslich sind aber die Zufahrtsstraßen. Am Hochpürschtling, nahe unserem heutigen Tagesziel, der Stanglalm, hat man wirklich den halben Wald dafür umgegraben.
Rossegger-Schutzhaus (1.590 m)
Approaching Windpark
Erst ging's aber mal gemütlich sanft bergab, trotzdem recht lange, nach Alpl, Peter Rosseggers Waldheimat. Der Schlagobersbauer dort liefert ein hervorragendes Backhendl zu Mittag, das Museum in der Waldschule liefert Info über das Landschulleben und über das Wandern, und das für Alpenvereinsmitglieder auch noch verbilligt. Ein sympathischer Besuch nach fast 30 Jahren wieder mal. Aber ansonsten ist Alpl ja eher ein Trauerspiel. Der Waldheimathof Bruggraber seit kurzem geschlossen und wirkt schon leicht verfallen, auch wochentags der letzte Bus um 14 Uhr. Peter Rossegger hat schon recht gehabt, dass er so früh wie möglich nach Graz abgehaut ist.
So wanderte man früher (@ Waldschule)
So jagt man heute - mit Kunstverständnis
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: ein langsam steigender Waldanstieg vorbei an ein paar Höfen und an einem millionärssteuergefährdeten Jagdhaus, dann erreicht man schon den Windpark Hochpürschtling. Am Weg hat dann leider die Odilie ein Zipperlein am Fuss bekommen. Immerhin verhalf mir das zu einer unerwarteten Trainingssession, durfte ich doch das letzte Stück zwei Rucksäcke ineinandergeschnallt tragen.
Walserkreuz
Des Abends auf der Stanglalm Egger hatten wir dann erstmals Kontakt mit Pilgern - geht doch ab hier der Zentralalpenweg 02 parallel mit dem Mariazellerweg 06 ab Graz. Halt in der Gegenrichtung. Und mit 8-10 Halben Almdudler Rot pro Person wie die anwesenden wallfahrenden Jungs aus der Südweststeiermark hatten, wäre mir an dem Abend auch der Herrgott erschienen.

Eckdaten:
Etappeneinteilung, Kilometer- und Höhenangaben: Käfer & Käfer, 2011

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